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Finanzielle Weiterbildung 2026: Das müssen Studierende über Geld wissen

April 20, 2026

Das Klischee von armen Bettelstudierenden gab es schon im Spätmittelalter. Damals wurden Studierende sogar abfällig als „Kaldaunenschlucker“ bezeichnet. Viel geändert hat sich an ihrer finanziellen Situation leider auch 2026 nicht. Laut Deutschem Studierendenwerk sind rund 36 Prozent aller Studierenden armutsbetroffen. Unser kleiner Finanzratgeber zeigt, wie Sie Ihr Studium inklusive Aus- und Weiterbildungen erfolgreich finanzieren und optimal in die Karriere starten.

Welche finanzielle Last müssen Studierende stemmen?

Für viele ist das Studium der Schritt in die Selbstständigkeit: raus aus dem Elternhaus, rein ins eigene Leben. Das bringt eine nicht geringe finanzielle Belastung mit sich, denn der Studienalltag nagt am Ersparten. Nicht alle können sich jedoch auf Bafög, Stipendien und Eltern verlassen.

Zur größten Finanzlast im Studium zählen laut statistischem Bundesamt Wohnkosten: rund 53 Prozent ihres Einkommens geben Studierende fürs Wohnen aus. Miet- und Wohnkosten liegen je nach Stadt und Region zwischen 512 und 800 Euro.

Hinzukommen Ausgaben für studentische Krankenversicherung, Studienunterlagen und natürlich Ernährung und Kleidung. Da summieren sich Monatskosten von über 1.000 Euro. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, müssen Studierende allerdings oft mit weniger als 867 Euro auskommen. Wo soll das Geld also herkommen? Vorausschauendes Sparen sowie Förderungen können hier Entlastung bieten.

Finanziell unabhängiger studieren: Tipps für die Finanzierung

Mehr finanzielle Unabhängigkeit im Studium bedeutet weniger an Geldsorgen und mehr Zeit für Zukunftsplanung. Die häufigste Einkommensquelle bildet für Studierende eine Mischung aus BAföG, elterlicher Unterstützung, Kindergeld und Nebenjobs. Es lohnt sich bereits vor Studienbeginn mögliche Einnahmequellen und Förderungen zu analysieren, um Geldsorgen einen Schritt voraus zu sein.

Zu den wichtigsten Einnahmequellen, mit denen sich das Studium auch ohne Finanzspritze der Familie finanzieren lässt, zählen:

  • BAföG: Das Mittel der Wahl für Studienfinanzierung ist und bleibt das BAföG. Dank höheren Einkommensfreibeträgen der Eltern, um 5 Prozent angehobenen Bedarfsätzen und höherer Wohnpauschale bleibt BAföG die wichtigste studentische Finanzhilfe. Nach aktuellem Stand müssen Sie zudem nur die Hälfte der zinslosen BAföG-Förderung (maximal 10.010 Euro) zurückzahlen. Entscheidend ist die rechtzeitige Beantragung, spätestens im Monat des Semesteranfangs.
  • Nebenjobs: Über die Hälfte aller Studierenden verdienen sich mit Nebenjobs etwas dazu. Dazu zählen nicht nur typische Studenten- und Minijobs in Restaurants und Cafés, sondern auch als studentische Hilfskräfte, im gelernten Beruf oder als Selbstständige und Freiberufler. Wer unter der Minijobeinkommensgrenze bleibt, muss nicht einmal Steuern zahlen und kann zum BAföG dazuverdienen.
  • Stipendien: Noch besser als BAföG sind Stipendien, mit denen Sie Ihr Studium vollfinanzieren, ohne die Förderung zurückzahlen zu müssen. Dazu zählen unter anderem Stipendien wie das DAAD-Stipendium für Auslandsaufenthalte, das Deutschland-Stipendium oder das Stipendium politischer Stiftungen. Wer rechtzeitig die Voraussetzungen prüft, wird mit dem passenden Stipendium die größte Finanzlast los. Eine Übersicht bietet die DAAD Stipendien-Datenbank und die Begabtenförderungswerke.
  • Staatliche Studienkredite: Mit dem richtigen Studienkredit lassen sich Studierende im Durchschnitt 477 Euro monatlich auszahlen. Der Vorteil an Studienkrediten liegt in niedrigen Bewilligungshürden sowie in einer flexiblen Rückzahlung. Ratsam ist es, sich vorrangig für staatliche Kredite zu entscheiden, da vor privaten Anbietern und ihren Zinsmodellen zunehmend gewarnt wird. Staatliche Kredite bieten unter anderem die KfW und der Bildungskredit des Bundesverwaltungsamtes.
  • Duales Studium: Ein duales Studium ist eine beliebte Option für alle, die sich nach dem Studium einen klaren Fahrplan für die Karriereplanung wünschen. Hierbei erfolgen das Hochschulstudium und die Ausbildung im Unternehmen parallel und abwechselnd. Das bedeutet, dass Sie bereits während des Studiums Gehalt verdienen, Berufserfahrung sammeln und hohe Übernahmechancen haben. Auch für Absolvent:innen dualer Ausbildungen oder für berufsbegleitende Studiengänge stehen mit dem Aufstiegs-BAföG oder mit dem Weiterbildungsstipendium mehrere Fördermöglichkeiten zur Verfügung, um bei Weiterbildungen Geld zu sparen

Finanzen richtig organisieren: Studierendenkonto nutzen

Besonders wichtig für eine organisierte und unabhängige Finanzplanung im Studium ist ein eigenes Konto. Viele Banken bieten eigene Konten für Studierende an, die auf die Bedürfnisse während der Ausbildung zugeschnitten sind. Was man von einem Studentenkonto in der Regel erwarten kann:

  • Keine oder geringe Kontoführungsgebühren
  • Kostenloses Bezahlen und Bargeldabheben – oft auch weltweit
  • Verzicht auf Jahresgebühren
  • Ein Studentenkonto kann sowohl im Uni-Alltag als auch während eines Auslandssemesters von Vorteil sein. Die jeweiligen Voraussetzungen – etwa Altersgrenzen oder Nachweise über den Studierendenstatus – sollten bei der konkreten Bank individuell geprüft werden.

Wie Studierende im Studium Geldrücklagen schaffen können

Studienförderung hin oder her – im Studium lässt sich mit ein paar Tricks an allen Ecken ein wenig Geld sparen, auch ohne auf Freizeitvergnügen zu verzichten. Ersparnisse sind im finanziellen Notfall wichtig, denn als Faustregel gilt, dass Studierende zwischen drei- bis sechsmal so viel Rücklagen haben sollten, wie sie im Monat ausgeben.

Mit diesen Tricks können Sie im Studium Geldrücklagen schaffen:

  • Nutzen Sie eine Kostentabelle und ein Haushaltsbuch, um alle monatlichen Ausgaben und Fixkosten im Blick zu behalten
  • Nutzen Sie mögliche Rabatte für Studierende in kulturellen Einrichtungen, für öffentlichen Nahverkehr oder für anderweitige Anschaffungen (auch der international anerkannte und kostenlose ISIC-Studierendenausweis bietet in 130 Ländern zahlreiche Rabatte)
  • Kochen Sie vorausschauend oder als Wohngemeinschaft, um Verschwendung und unnötige Ausgaben zu reduzieren
  • Behalten Sie Ihre Stromkosten im Blick, waschen Sie energiesparend und achten Sie auf energieeffiziente Elektronik im Haushalt
  • Studierende im Zweitstudium oder im dualen Studium können Ausgaben, die ihre Einnahmen übersteigen, durch einen Verlustvortrag steuerlich geltend machen
  • Auch mit BAföG-Rückzahlung lässt sich Geld sparen

Indirekt lässt sich auch mit der Rückzahlung von BAföG-Schulden Geld sparen. Die Rückzahlung beginnt fünf Jahre nach Ablauf der Förderungshöchstdauer und beträgt maximal 20 Jahre. Die erste Rate wird ein halbes Jahr nach dem Feststellungsbescheid fällig.

Wichtig zu wissen: Wer die BAföG-Schuld mit einer vorzeitigen Einmalzahlung begleicht, kann je nach Darlehenshöhe einen Rabatt von mehr als 30 Prozent erhalten. Geringverdienende können zudem eine Freistellung für zwölf Monate mit Option auf Verlängerung erhalten. Das gilt zumindest, wenn das Nettoeinkommen die Freibeträge nicht übersteigt. Ändert sich auch nach 20 Jahren nichts an der finanziellen Situation ist sogar ein Erlass der Restschuld möglich.

Fazit: Im Studium immer die Finanzen mitdenken

Das Studium bringt für Studierende finanzielle Herausforderungen mit sich – angefangen bei Wohnkosten bis hin zu Alltagsausgaben und Uni-Material. Mit gezielter Planung, geeigneter Förderung wie BAföG und Stipendien sowie Selbstfinanzierung durch Nebenjobs oder duales Studium lässt sich jedoch auch ein Studentenleben sicher finanzieren und die Karriere vorbereiten – und zwar ohne auf Annehmlichkeiten und Spaß zu verzichten.

Kategorie: Karrieretipps

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