Wer eine Ausbildung im Handwerk oder der Industrie abgeschlossen hat, kann beim Thema Weiterbildung zwischen dem Meister oder einer Technikerschule wählen. Eine pauschale Aussage, welcher Weg der bessere ist, lässt sich nicht treffen. In diesem Artikel erfährst du alles, was du über die beiden Qualifikationen wissen musst: welche Unterschiede es gibt und wie du für dich die beste Wahl triffst
► Staatlich geprüfter Techniker
► Meister im Handwerk
► Industriemeister

Techniker oder Meister – Welche Weiterbildung passt zu mir?
Tatsache ist, dass in zahlreichen Tätigkeitsbereichen sowohl der Titel des Technikers wie auch der des Meisters gewinnbringend eingesetzt werden kann. Beide Qualifikationen liegen auf dem Niveau 6 des DQR, sind also auf Bachelor-Niveau. Daher hängt die Entscheidung, ob man den Techniker- oder den Meisterabschluss erwerben möchte, von der persönlichen Zielsetzung ab. Schon die Weiterbildungen unterscheiden sich in der Form, der Dauer sowie in der inhaltlichen Ausprägung und auch bei den zukünftigen Einsatzgebieten gibt es Unterschiede.
Je nachdem, ob man aus dem Handwerk oder der Industrie kommt, gibt es Unterschiede was die Frage „Techniker oder Meister?“ betrifft. Daher werden wir im Folgenden drei verschiedene Abschlüsse vergleichen.
Der staatlich geprüfte Techniker
Staatlich geprüfte Techniker sind hochqualifizierte Fachkräfte im produzierenden und verarbeitenden Gewerbe. In der Regel eignet sich die Fortbildung für Facharbeiter im gewerblich-technischen und im handwerklichen Bereich. Die Vielfalt der Technikerschulen ist groß; man kann aus zahlreichen Fachrichtungen wählen.
Technikerschule: Voraussetzungen, Dauer & Kosten
Die Voraussetzungen für eine Weiterbildung zum Techniker können je nach Bundesland variieren. In der Regel wird ein eine abgeschlossene Ausbildung, in einem der gewählten Fachrichtung entsprechenden Beruf, sowie ein Jahr Berufserfahrung verlangt.
In Vollzeit dauert die Weiterbildung zwei Jahre. Absolviert man die Aufstiegsfortbildung berufsbegleitend, sollte man vier Jahre einplanen. Damit zeigt sich hier schon ein großer Unterschied:
die Technikerschule dauert doppelt so lange wie die Meisterschule.
Die anfallenden Kosten der Weiterbildung können sehr unterschiedlich sein. Während staatliche Schulen keine Gebühren oder nur ein niedriges Schulgeld verlangen, sind bei privaten Akademien mehrere tausend Euro fällig. Wer 2026 seinen Techniker machen will, muss zwischen 6.000 und 12.000 Euro einplanen.
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Die Inhalte der Technikerschule richten sich nach dem gewählten Fachgebiet. Die häufigsten Abschlüsse sind Bautechnik, Elektrotechnik oder Maschinenbau. Das vermittelte Wissen ist zwar praxisnah, geht aber im theoretischen Teil wesentlich tiefer, als die Unterrichtseinheiten der Meisterausbildung.
Die Weiterbildung endet mit einem Staatsexamen. Dieses setzt sich aus vier allgemeinbildenden, vier fachbezogenen Fächern und der Projektarbeit (Technikerarbeit) inklusive Kolloquium zusammen.
Einsatzgebiete als Techniker
Die Technikerschule soll die Absolventen dazu befähigen, Aufgaben im mittleren bis gehobenen Management zu übernehmen. Staatlich geprüfte Techniker werden mit Planungsaufgaben in der jeweiligen Branche betraut. Im Vergleich zu Meistern übernehmen sie öfter Schreibtischaufgaben. Das zu erwartende Gehalt schwankt je nach Tätigkeitsbereich und liegt häufig auf dem Niveau des Meisters. Allerdings ist für Techniker in der Regel mehr Luft nach oben.
✅ viel fachlicher Inhalt
✅ geringere Kursgebühren
✅ insgesamt höheres Ansehen
⛔ lange Dauer

Der Handwerksmeister
Auch der Abschluss zum Handwerksmeister befindet sich auf Bachelor-Niveau. Für viele Gesellen ist die Meisterschule der nächste logische Schritt, denn um sich selbstständig zu machen, ist in den meisten Gewerken ein Meisterbrief notwendig. Weitere Informationen dazu gibt es in unserem Beitrag zur Wiedereinführung der Meisterpflicht
Allerdings können sich auch Staatlich geprüfte Techniker unter bestimmten Voraussetzungen in die Handwerksrolle eintragen lassen und damit einen Betrieb führen (§7 Abs. 2 HwO).
Voraussetzungen und Ablauf der Meisterschule
Um dich für den Meisterkurs anmelden zu können, musst du eine Ausbildung in einem fachlich passenden Beruf absolviert haben. Hier gibt es also einen kleinen Vorteil zum Techniker, denn praktische Berufsjahre sind in der Regel nicht gefordert.
Die Abschlussprüfungen finden vor der zuständigen Handwerkskammer statt. Die 4 Teile des Meisterkurses dauern in Vollzeit nur ca. 8 Monate und berufsbegleitend bis zu 24 Monate. Insgesamt wird man hier also deutlich schneller fertig, als mit der Technikerschule.
Die Kursgebühren sind beim Handwerksmeister noch stärker vom jeweiligen Gewerk und der gewählten Akademie abhängig. Im Vergleich zur Technikerschule musst du hier jedoch mit höheren Gesamtkosten rechnen. Inklusive Prüfungsgebühren und Meisterstück sind bis zu 20.000 Euro fällig.
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Einsatzgebiete als Meister
Auch die Weiterbildung zum Handwerksmeister bereitet auf Führungsaufgaben innerhalb von Betrieben vor. Praktische Arbeit ist für die Positionen weiterhin an der Tagesordnung. Hinzu kommen jedoch planerische und organisatorische Aufgaben. Außerdem können Meister – im Gegensatz zu Technikern -direkt die Anleitung von Auszubildenden übernehmen, da die Ausbildereignung ein fester Bestandteil der Weiterbildung ist.
✅ kurze Dauer
✅ hoher Praxisbezug
✅ mit Ausbildereignung
⛔ hohe Kosten
Der Industriemeister
Auch für Fachkräfte aus der Industrie steht nach der Ausbildung die Entscheidung zwischen einer Meister- und der Technikerschule an.
Ausführliche Infos zu diesem Abschluss findest du in unserem Artikel zur Industriemeister Weiterbildung
Die Unterschiede zum staatlich geprüften Techniker sind ähnlich wie beim Handwerksmeister. So ist die Dauer der Industriemeister Weiterbildung zum Beispiel deutlich kürzer. Auch beim späteren Tätigkeitsfeld gibt es Unterschiede, da Techniker in der Industrie meist eine Stufe über den Meistern angesiedelt sind. Damit fällt das Gehalt von Industriemeistern in der Regel etwas niedriger aus. Allerdings sind die Gesamtkosten für die Weiterbildung mit 6.000 bis 7.000 Euro deutlich niedriger als im Handwerk.
✅ kurze Dauer
✅ niedrigere Kosten
⛔ niedrigeres Gehalt
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Techniker oder Meister – Fazit
Bevor man sich zwischen der Techniker- oder Meisterschule entscheidet, sollte man sich zuerst über die beruflichen Chancen informieren. Welche Aufstiegsmöglichkeiten habe ich beim aktuellen Arbeitgeber? Welche Stellen sind bei anderen Firmen in der Region offen?
Außerdem ist es wichtig, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Insgesamt gilt die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker als umfangreicher und theoretisch anspruchsvoller als die Meisterschule. Wer Ambitionen und Freude an Planungsarbeit hat, ist bei dieser Weiterbildung richtig. Der Meisterkurs eignet sich wiederum eher für alle, die als Profi in der Werkstatt oder auf der Baustelle selbst anpacken wollen.
Egal für welche Qualifikation du dich entscheidest: Sowohl die Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker als auch die Weiterbildungen zum Industrie- oder Handwerksmeister werden staatlich mit dem Aufstiegs-BAföG gefördert.
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Bilder: industrieblick – Fotolia.com, AdobeStock
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